| |
5.2.2 Data Recovery
Bei einem Synchronisationsfehler kommt es zu einem meist großen Verlust von aufeinander-
folgenden Daten, bedingt durch die Zeitspanne, in der die Resynchronisation durchgeführt
wird. Eine Methode zur Wiedergewinnung von zumindest einem Teil der Daten liefert das
Reversible Variable Length Coding (RVLC). Dabei wird in dem verlorenen Datenintervall zu-
erst vom Anfang solange versucht zu dekodieren, bis auf einen Fehler gestoßen wird. Dasselbe
wird vom Ende her wiederholt, so dass nur das Fehlerintervall als Bündelfehler (Burstfehler) übrigbleibt.
5.2.3 Error Concealment
Beim Verlust von Videodaten ist es wünschenswert, diese zumindest annähernd dem Original
entsprechend wiederzugeben und dem Betrachter zu suggerieren, es sei kein Fehler aufgetre-
ten. Hier sollen zwei Strategien angesprochen werden: Kopieren von Daten vorhergehender
Frames und das Trennen der Bild und Bewegungsdaten (Data Partitioning). Die erste Stra-
tegie macht genau das, was man vermutet. Der fehlerbehaftete Teil wird durch den entspre-
chenden Block des vorherigen Bildes ersetzt. Einen anderen Weg verfolgt die zweite Strategie.
Durch die Trennung von Bewegungsdaten und Bilddaten kann (bei Verlust der Bilddaten)
durch die vorhandene Bewegungsinformation der Ablauf wiedergewonnen werden. Falls auch
die Bewegungsinformationen verloren gehen, ist diese Methode natürlich nicht anwendbar.
5.2.4 Weitere Ansätze
Die bisher besprochenen Maßnahmen zur Erkennung und Beseitigung von Fehlern arbeiten
alle auf Encoder/Decoder-Ebene. Dies ist bedingt durch die Unabhängigkeit vom Transport-
medium, siehe auch Abschnitt 3.2.1. Es gibt Problemstellungen, bei denen diese Methoden
nicht unbedingt sinnvoll sind. Dazu zählen:
Synchronisation von MPEG-4 mit Medien anderer Art.
Bei bereits kodierten MPEG-4 Daten muss sich darauf verlassen werden, dass Fehler-
robustheiteingebaut wurde.
Es soll nun noch ein weiterer Ansatz aus [GuWC99] angesprochen werden. Die Protokol-
lunabhängigkeit wird aufgegeben und ein bereits spezifiziertes Protokoll zur Übertragung
eingesetzt: das Real-Time Transport Protocol (RTP). RTP bietet mit Synchronisationsme-
chanismen, Unterstützung von Nutzdaten-Typen13 sowie dem Real-Time Transport Control
Protocol (RTCP) die Vorraussetzungen für die Versendung von Streaming-Daten aller Art.
Es müssen somit nicht die Methoden des DMIF Layers genutzt werden. Um nicht für jede
mögliche Stream-Art einen neuen Nutzdaten-Typ definieren zu müssen, soll ein generischer
Nutzdaten-Typ entworfen werden, der für jeglichen MPEG-4-Daten-Stream nutzbar ist. Wei-
terhin ist die unterschiedliche Priorität von Streams nicht zu vernachlässigen. Da ein Stream
mit Kontrollinformationen sicherlich eine höhere Prioritätsstufe bekommt als ein Stream mit
reinen Dateninformationen, müssen verschiedene Stufen der Absicherung gegen Fehler vor-
genommen werden. Die Realisierung übernimmt ein statt des DMIFs eingeführter Network
Adaption Layer (NAL), siehe Abbildung 7. Dieser NAL nimmt Streaming-Daten in Form von
AUs oder PDUs entgegen und fügt zusätzliche Redundanz in Form von Blockcodes oder ähn-
lichem hinzu. Um die ihm übergebenen Pakete korrekt einzustufen, muss das von MPEG-4
13Die Art des übermittelten Streams
9
|  |
|
| |
|
|