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Architektur von MPEG-4
Dennis Gebbers
Zusammenfassung
MPEG-4, formeller bekannt als ISO/IEC 14496, ist ein durch die Moving Picture Experts
Group (MPEG1) entwickelter Standard zur Codierung von audio-visuellen Daten. Im Ver-
gleich zu seinen Vorgängern, MPEG-1 und MPEG-2, bietet MPEG-4 nicht nur effzientere
Algorithmen zur Kompression, sondern greift auch ein VRML2-ähnliches Szenenmodell
auf. Durch Betrachtung einzelner Objekte anstatt des gesamten Bildes erreicht MPEG-4
viele Möglichkeiten der Skalierbarkeit. Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung war die
Datenübertragung bei niedrigen Bitraten sowie die in zeitvarianten Netzwerken, wie zum
Beispiel in einem WirelessLAN. Ziel dieses Themas ist es, einen Einblick in die Architek-
tur von MPEG-4 zu geben. Dazu wird zuerst die Grundstruktur und das Ebenenmodell
angesprochen. Im Hinblick auf den Einsatz im mobilen Bereich werden dann Codecs für
geringe Bitraten näher betrachtet und abschließend dargestellt, was die Spezifikation von
MPEG-4 im Bereich fehleranfälliger Netzwerke leisten kann. Zum Vergleich werden An-
sätze von anderen Forschungseinrichtungen herangezogen.
1 Einleitung
Die Entwicklung neuer Technologien und die daraus resultierende Verfügbarkeit höherer
Bandbreiten macht den mobilen Bereich auch für Multimedia-Anwendungen, z.B. Video-
streaming, interessant. Von anfangs 9,6kbit/s bei GSM wurde durch GPRS3 erstmals die (nur
theoretische) Übertragungsrate von 115kbit/s erreicht. Der kommende Standard UMTS4 soll
Bandbreiten bis zu 2Mbit/s ermöglichen, WLAN5 erreicht derzeit bis zu 11Mbit/s.
Mobile Netzwerke sind zeitvariante Netzwerke. Das bedeutet, dass die einem Teilnehmer zur
Verfügung gestellte Bandbreite mit der Zeit variieren kann. Meist ist dies bedingt durch
zusätzliche Nutzer. Aber nicht nur durch weitere Nutzer, sondern auch die höhere Störanfäl-
ligkeit von drahtlosen Netzwerken führt zur Minderung der Bandbreite oder gar zum Verlust
einer Verbindung. Bereits existierende Standards zur ÜUbermittlung von Multimedia-Daten
decken diesen Bereich nicht oder nur ungenügend ab. Nutzern von mobilen Endgeräten sollte
weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, den ihnen gebotenen Inhalt auf ihre Bedürfnisse
anzupassen. Die Integration von Dienstgüte-Parametern in neue Standards ist somit erfor-
derlich. Durch Eigenschaften wie
Skalierung einzelner Komponenten
Datenwiederherstellung bei Verlust
Resynchronisation
Bandbreitenabhängige Codierverfahren
kann der MPEG-4-Standard die erforderlichen Eigenschaften bieten.
1http://mpeg.telecomitalialabs.com
2Virtual Reality Modeling Language
3General Packet Radio Service
4Universal Mobile Telecommunications System
5Wireless LAN nach IEEE 802.11
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